Merkel erklärt iteratives Vorgehen. Und das Bundeskanzleramt arbeitet mit Scrum

Es ging ein Rauschen durch die Agile-Welt. Unsere Bundeskanzlerin erklärt am 21.11.2018 bei der Generaldebatte im Bundestag das agile, iterative Vorgehen am Beispiel des geplanten Bürgerportals.

(Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=HyyOfoVw_X8 (Minute 7:39 bis 9:18)

Auszug aus der Rede:

Wir als föderales Gebilde tun uns da sehr schwer. Und das wichtigste was wir jetzt erst mal mit den Ländern erreichen müssen ist ein akzeptabler – für den Bürger akzeptabler – Zugang zu diesem Portal, der nicht so kompliziert ist, dass keiner das nutzt.

Und dann geht es darum, dass wir über 500 Funktionen haben, die die Bürgerinnen und Bürger mit Ihrem Staat abarbeiten. Und all die müssen jetzt digitalisiert werden.

Und ich sprech dazu so ausführlich drüber, weil dabei zwei Dinge zu beachten sind. Das Erste – oder eine wesentliche Sache zu beachten ist:

Und zwar, dass wir vom Bürger her denken. Und nicht unsere Projekte so durchsetzen wir wir das gewöhnt sind. Wir sind im normalen, klassischen Denken gewohnt ein Projekt zu planen, das gesamte Projekte dann schrittweise um zu setzen, während im digitalen Zeitalter eine völlig andere Art der Herangehensweise da ist.

Und Schritt für Schritt die Anwendungen eingeführt werden müssen.

Und dieses richtige Denken beim Umsetzen des Bürgerportals wird sehr wichtig sein. Wir werden erste Funktionen, nämlich die des Bundes (das sind über 100), sehr schnell einführen. Und wir werden dann mit den Ländern die anderen 400 Funktionen auch durchsetzen. So dass wir dann Ende 2022 wirklich den vollkommenen und kompletten Zugang von der Fahrzeuganmeldung, über Elterngeldbeantragung, Steuerklärung, Gesundheitsakten und vielen vielen andere Dingen digital schaffen.

Und das ist notwendig. Und das ist kein -sozusagen- Nerd-Projekt – wie man vielleicht sagen könnte – sondern wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht diesen Zugang bekommen werden wir im digitalen Zeitalter nicht bestehen. Und deshalb muss der Staat hier Vorbild sein.

Angela Merkel, 21.11.2018, vor dem Bundestag

Ebenfalls wurde vor paar Tagen auf egovernment-computing.de ein Artikel veröffentlicht, in dem die Entwicklung des „Gemeinsames Planungs- und Kabinettmanagement­programms“ (als Ablösung der Papierunterlagen), vorangetrieben wird. Dabei wird das Scrum-Rahmenwerk zur Umsetzung genutzt, mit einer Sprint-Länge von 2 Wochen und Atlassian JIRA als Backlog- und Kommunikationssoftware.

Die Ergebnisse werden positiv hervorgehoben. Auf die Schwierigkeiten mit der Projektvergabe (das Vergaberecht ist einzuhalten) wird ebenfalls eingegangen.

Leider werden hier die Sprint-Ergebnisse als Messlatte für den Projekterfolg, auf Grundlage eines Werkvertrages, genommen.


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