1000 und 1 Link: Informationen (un)strukturiert sammeln mit TheBrain

Seit wenigen Monaten nutze ich Twitter und folge vielen großartigen Personen aus dem Agile-Scrum-Universum. Täglich werden dort interessante und hilfreiche Links zu unterschiedlichsten Quellen geteilt. Diese Links habe ich angefangen in meinem Browser zu sammeln und irgendwie in eine Lesezeichen-Ordnerhierarchie zu sortieren. Übersichtlich und wiederauffindbar wurde es nach wenigen Wochen allerdings nicht mehr.

Und dann bekam ich von einem Kollegen einen tolle Tipp: „Schau dir mal TheBrain an. Damit organisiere ich nun fast mein gesamtes Leben.“. Und das habe ich getan. Und bin davon sehr angetan.

Was ist TheBrain?

TheBrain ist eine Software, die Notizen (Texte, Dateien, Links) ähnlich einer Mindmap miteinander verknüpft. Das besondere daran: es entsteht keine hierarchische (Baum-)Struktur, sondern ein Netzwerk.

Die Nutzung der Software ist einer kostenlosen Variante (eingeschränkter Funktionsumfang) und mehreren kostenpflichtigen Varianten nutzbar. Alle Informationen sind auf thebrain.com zu finden (Preise und Versionen auf https://www.thebrain.com/store).

Ich nutze nur die kostenlose Version. Sie reicht mir völlig aus, um Web-Lesezeichen zu sammeln und zu strukturieren.

Viele Gedanken = Netzwerk = Brain

Abbildung 1: In der Mitte der Gedanke „Scrum Guide“

Wie bei einem Mindmap bildet jeder „Gedanke“ (englisch : Thought) einen Informationsknoten. Durch Verknüpfungen entstehen Über- und Unterkategorien. In TheBrain können diese einzelnen Gedanken jedoch komplett miteinander verknüpft werden. Wie in einem Gehirn entsteht dadurch
ein Netz aus Gedanken, die keiner linearen Baumstruktur folgen. Im ersten Moment ist das vielleicht etwas verwirrend, aber das ist der Vorteil von dem Programm.

Die Gedanken können über 3 Verknüpfungsarten mit anderen Gedanken verbunden werden (siehe Abbildung 1):

  • oben: Über-Gedanke (Eltern-Knoten) [Gedanke „Scrum“]
  • unten: Unter-Gedanke (Kind-Knoten) [7 Gedanken]
  • links: Jump-Thought (Querverweis) [6 Gedanken]
  • ganz rechts werden alle Geschwister-Gedanken aufgelistet

Jeder Gedanke selbst ist ein Informationscontainer, in dem Text/Bild-Notizen und Weblinks abgelegt werden können (in den kostenpflichtigen Versionen können zum Beispiel Dateien im Gedanken abgelegt oder verknüpft werden).

Abbildung 2: Der Gedanke „1 Vorstellungsrunde“ (links) und die Textnotizen in dem Gedanken (rechts)
Abbildung 3: Der Gedanke „Reading the Scrum Guide is an Empirical Process Itself“ (links) enthält einen Web-Link, der in TheBrain direkt geöfffnet werden kann (rechts)

Beispiele

In meinem TheBrain sind aktuell 273 Weblinks gesammelt, insgesamt sind über 350 Gedanken hinterlegt (enthalten entweder die Weblinks oder sind leere Verzweigungs-Gedanken), die mit ca. 500 Verknüpfungen miteinander vernetzt sind.

Das wohl größte (öffentliche) TheBrain pflegt Jerry Michalski seit mehr als 20 Jahre. Aktuell sind dort über 370.000 Gedanken hinterlegt. Und er stellt sein TheBrain online auf jerrysbrain.com aus (Direktlink auf die Webansicht: https://app.thebrain.com/brains/3d80058c-14d8-5361-0b61-a061f89baf87). Mit der kostenpflichtigen Pro-Version von TheBrain kann man sein eigenes Gedankennetzwerk im Web zugänglich machen. Weitere interessante TheBrains findet man auf thebrain.com/big-thinkers.

Eindruck

Mir macht die Arbeit mit dem Tool sehr viel Spaß. Mit digitalen Mindmaps bin ich noch nie so richtig warm geworden. Bei TheBrain besticht für mich wie einfach es ist Gedanken-Netzwerke aufzubauen und weiter zu pflegen. Die Software läuft super flüssig. Per Drag-and-Drop ziehe ich neue Links aus dem Browser in TheBrain. Sollte man sich für die kostenpflichtige Pro-Version entscheiden gibt es noch einige weitere interessante Funktionen. Für mich reicht aktuell die kostenlose Version bzw. ist mir die kostenpflichtige Version zu teuer. Ich nutze TheBrain nicht nur für die Sammlung meiner SCRUMschau-Links, sondern habe mir weitere Brains für andere private Themen angelegt.

Dass TheBrain im deutschen Sprachraum kaum bekannt ist dürfte auch an der fehlenden Übersetzung ins Deutsche liegen. Der englischen Sprache sollte man mächtig sein, sowohl die Oberfläche als auch die Tutorials und Webseite sind nur auf Englisch vorhanden. Eine deutsche Rechtschreibprüfung ist in der Pro-Version jedoch verfügbar.

Die Performance ist sehr gut. Sowohl die Navigation innerhalb des Gedanken-Netzwerks geht flüssig als auch die Suchfunktion liefert schnell die gesuchten Gedanken. Die Bedienung per Tastatur und Shortcuts ist individuell einstellbar.

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